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Geothermie
die Energie aus der Erde  
Was ist Geothermie ?

Mit der Geothermie wird die Erdwärme zur Stromerzeugung genutzt. Im Schnitt erhöht sich unter Tage die Erdtemperatur um 33°C pro Kilometer Tiefe. In Bereichen mit geologischen Anomalien können aber schon in geringen Tiefen enorme Temperaturen erricht werden.
Auf den Azoren wurden Stellen mit rund 200°C gefunden. Für gewöhnlich benutzt man Wasser bzw. Wasserdampf zum Antrieb von Turbinen.


Geothermie auf den Azoren:

Die Anfänge der Geothermie gehen auf die frühen 70er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück.
Kraftwerk am PV1
Kraftwerk am PV1


1972 begann man am Pico Vermelho auf Sao Miguel eine wissenschaftliche Kernbohrung. In 500m Tiefe fand man Temperaturen um 200° C vor. Das Gebiet war also für ein geothermisches Kraftwerk prinzipiell geeignet.

Mit der Ölpreiskrise 1973 kam dann der nötige Schwung in die alternative Energiegewinnung. Das Gebiet südlich von Ribeira Grande war schon lange bekannt für heiße Quellen und Fumarolen.

1978 bis 1981 bohrte man erneut. Insgesamt fünf Bohrungen am Pico Vermelho wurden bis in Tiefen von 811m bzw. 1501m getrieben.

Die Bohrung PV1 schließlich wurde 1980 an eine atmosphärische Turbine von Mitsubishi angeschlossen. Die Turbine erzeugte zwar prinzipiell 3MW Energie, die Dampfmenge jedoch war nie ausreichend und so wurden 0,8MW nie überschritten.
Das Kraftwerk ist aber noch immer in Betrieb und erzeugt jährlich rund vier bis fünf Gigawattstunden an Energie. Der Kalkgehalt im Wasser führt allerdings zu hohen Wartungsinterwallen, so dass die Turbine monatlich gereinigt werden muss.

das neue Kraftwerk
das neue Kraftwerk
1988 bohrte man erneut. Die Bohrung CL1 im Gebiet Cachacos Lombadas lag weiter südlich und hangaufwärts.

Bis zum Jahr 1994 wurden hier vier Bohrlöcher in den Boden getrieben. Die erste Stufe eines binären Kraftwerks, bestehend aus zwei ORC-Modulen mit je 2,5 MWe Nennleistung der Firma Ormat wurde aufgebaut. Die Anlage hatte eine Leistung von 4,4MW und wurde von den Bohrlöchern CL1 und CL2 versorgt. Das dritte Bohrloch CL3 war die Reserve.
Als Arbeitsmittel wird in dem ORC-Kreislauf Pentan eingesetzt. Das Pentan muss nach dem Antrieb der Turbinen gekühlt werden. Daher kommen auch die großen Lüfterfelder.

Seit 1994 ist die Geothermie auf dem steigenden Ast: in diesem Jahr ging nämlich das Kraftwerk Central Geotermica da Ribeira Grande in Betrieb.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten erreichte man zum Jahrtausendwechsel eine Betriebsbereitsschaft von 99,5%.
Geothermie
Schnitt von Ribeira Grande hoch zum Lagoa do Fogo
Beide Kraftwerke deckten schon rund ein Viertel des Strombedarfs von Sao Miguel ab.

1998 ging die zweite Ausbaustufe des Kraftwerks ans Netz. Es sind zwei weitere ORC-Turbinen mit je 4MW Nennleistung. Die Bohrung CL4 dient der Nachhaltigkeit. Das heiße Wasser der Geothermie muss man ja auch wieder "entsorgen" und auch das natürliche Reservoir muss man nachfüllen. So wird über die CL4-Bohrung das Wasser wieder eingepumpt. Die Bohrung liegt rund 90m tiefer und Messungen zufolge kann man bis zu 400 t/h an den Boden zurück geben.

Mit der neuen Ausbaustufe kann man rund 40% des Strombedarfs abdecken.
Aktuell werden pro Jahr ca. 7GWh an Energie erzeugt.
Für die Zukunft plant man die Ersetzung des zentralen Kraftwerks am Berg mit einer 8MW-Anlage. Auch die erste Anlage aus den 80er Jahren könnte erneuert werden, indem man die Bohrlöcher PV2 und PV3 integriert und auch hier Wasser in den Boden zurückgibt.

Inzwischen gab es einige Studien die mehr als vielversprechend sind. Demnach liessen sich rund 240MWe durch diese alternative Energie erzeugen (Sao Miguel: 178 MWe, Terceira: 25 MWe, Graciosa: 5 MWe, Pico: 15 MWe, Faial: 12 MWe, Flores: 2,5 MWe, Corvo: 1 MWe).


Geothermie auf Terceira:

Auch auf Terceira wird die Geothermie in Zukunft einen bedeutenden Teil zur Energieerzeugung beitragen.
Zwei Stellen wurden inzwischen entdeckt, an denen man erfolgreich arbeiten kann. Die Sucharbeiten wurden inzwischen beendet.

Im Jahr 2006 will Geoterceira ins Geschäft einsteigen. Vier der fünf Bohrungen sind abgeschlossen und die Ergebnisse sind vielversprechend. An drei der Löcher wurden Temperaturen über 150°C gemessen.
Im September 2005 will man nun mit den weiteren Arbeiten fortfahren. Es geht um die Stellen an denen das Wasser ein- und ausgeleitet wird, um das Hauptbauwerk und das Umspannwerk. Zwölf Megawatt Energieerzeugung sind prognostiziert. Für die Anlage sind nun aber erst einmal Investitionen in Höhe von rund 37,5 Mio. Euro notwendig. Am Ende könnten so 55% des Energiebedarfs der Insel Terceira aus der geothermischen Produktion gefördert werden. 20.000 Liter Öl könnten damit jährlich gespart werden.

Seit 30 Jahren beschäftigt man sich auf Terceira mit der Geothermie. Neun Löcher wurden in Tiefen zwischen 85m und 222m gebohrt. 1992/93 brachte die EU den Stein ins rollen und die Gesellschaft Geothermex erforschte die geologischen Anomalien. Am 14. September 2000 wurde Geoterceira gegründet, an der die EDA 51,1% besitzt und die EDP die restlichen 49,9%.

Im Jahr 2006 will man auf den Azoren 103GW mit der Geothermie produzieren.


Vorteile in der Landwirtschaft:

Auch das "Abwasser" aus der Geothermie läßt sich noch verwerten. Es hat eine Temperatur von rund 90°C und ist ideal zur Beheizung der Gewächshäuser geeignet. Damit könnten auch andere Früchte oder Gemüsearten angebaut werden. Versuche mit der Kapstachelbeere Cape Gooseberry (physalis peruviana), Ananas (ananas comosus) oder auch Melonen (cocumis melo) sind schon erfolgt.


Kochen in der Erde:

Mit der Erdwärme kann man auch kochen: bei Furnas reicht die Wärme an der Erdoberfläche schon aus, um in nur 1m Tiefe einen Eintopf zu garen.

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