Azoren AzorenCorvoFloresGraciosaTerceiraSao JorgeFaialPicoSao MiguelSanta MariaAzoren
Azoren AzorenAzoren
Azoren
   aktuell
  news
  wetter

   informationen
  geschichte
  geografie
  landschaft
  flora
  fauna
  klima
  kultur
  politik
  wirtschaft
  bevölkerung
  religion
  feste
   urlaub
  unterkunft
  anreise
  unterwegs
  einkaufen
  essen + trinken
  baden
  aktivurlaub
  reisehinweise
   tipps
  ausflüge
  sehenswürdigkeiten
  geld
  adressen
   service
  sprachfuehrer
  links
  fotogalerie
  rezepte
  newsletter
  send-a-postcard
   shop
  reiseführer
  literatur
  landkarten
  videos/dvds
  musik
   reisebüro    
   community
   forum          
   gps-daten   
   sitemap
   suche

Haben Sie Tipps oder weitere Adressen?
Schreiben Sie uns doch eine eMail!
die Ananas
Sao Miguels wertvollste Frucht  
Ananas
die Ananas
Sao Miguel ist die Heimat der Ananas, zumindest auf den Azoren. Kein Aufenthalt sollte ohne einen leckeren Nachtisch in Form einer einer erntefrisch geschnittenen Ananasscheibe verlaufen.

Angebaut wird sie vor allem im Süden der Insel Sao Miguel um Faja de Baixo, Lagoa und Vila Franca do Campo. Die meist weiß angestrichenen Gewächshäuser sind schon von weitem erkennbar. Die weiße Farbe wird zum Schutz der zarten Ananaspflanzen vor zu starkem Sonneneinfall aufgetragen. Im Herbst wird sie abgewaschen.

Zu besichtigen ist eine publikumswirksam ausgebaute Plantage von Dr. Arruda in Faja de Baixo, etwas nördlich von Ponta Delgada. Von Gewächshaus zu Gewächshaus kann man die verschiedenen Stadien der Entwicklung begutachten. Man kann sich auf dem Gelände frei bewegen. Neben der freilich nicht ganz billigen Früchte selbst kann man auch leckere Bonbons, Marmelade und Liköre erwerben. Man kann natürlich auch an einer der unzähligen Gewächshäuser im Ort anhalten und die Bauern nach ein paar Früchte fragen.


Anfänge der Ananas:

Ursprünglich stammt die Ananas (ananas sativus) aus Brasilien und Paraguay. Als 1860 ein Großteil der Orangenplantagen einem Schädling (coccus hesperides) zum Opfer fiel, suchte man nach Alternativen. Die ersten Früchte dieses Bromeliengewächses kamen vermutlich nach einem Artikel des Schriftstellers Feliciano de Castilho nach Sao Miguel. Im Bauernmagazin 'O Agricultor Micaelense' hatte er einen Artikel mit dem Titel 'O Rei da Fruta' (König der Früchte) publiziert. In den ersten Jahren war die exotische Pflanze mehr Zierde wohlhabender Gärten doch innerhalb 10 Jahren nach dem sich anzeichnenden Niedergang der Orangen florierten bereits die ersten Plantagen. Kultiviert wird die 1860 in den Royal Botanic Gardens in Kew gezüchtete Sorte 'Smooth Cayenne'. Sie hat ein fruchtiges Aroma bei geringer Säure.
In der Ananas fand man damit nach den Orangen eine Frucht, die gute Anbauvoraussetzungen bot. Da es auf den Azoren nicht warm genug ist muss der Anbau in Gewächshäusern erfolgen. Die Ananas wurde binnen weniger Jahrzehnte zum Exportschlager und avancierte zum wichtigsten Exportartikel der Azoren. Im Jahr 1875 zählte man bereits 600 Gewächshäuser und um 1950 an die 4.000 auf der ganzen Insel. Inzwischen aber ist die Frucht von den Azoren zu teuer und andere Anbaugebiete auf der Welt können die exotische Frucht zu einem weitaus günstigeren Preis liefern. Einige der Gewächshäuser wurden stillgelegt, aber noch immer arbeiten rund 500 Menschen direkt in den Plantagen. Über 2.000t werden in den heute ca. 3.000 Gewächshäusern jährlich produziert. Ein Großteil davon wird aufs Festland exportiert.


Kultivierung:

Die Kultivierung ist nicht einfach: die Pflanze blüht nur einmal und trägt auch nur eine einzige Frucht. Rund zwei Jahre vergehen zwischen der Pflanzung und der Ernte. Der Anbau erfolgt in Treibhäusen. Die Gewächshäuser sind abgedeckt oder zum Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung weiß gekalkt. Die Dächer sind schwach geneigt, meist um 33 Grad. In den Dachscheiben sind mehrere Lüftungselemente, sogenannte 'Alboios', eingebaut. Damit läßt sich die Temperatur der Ananaskultur gerade im Reifeprozess gezielt steuern. Aufwändig und zeitintensiv werden die Früchte nach circa zwei Jahren geerntet.
Fajã de Baixo
Fajã de Baixo
Die Ananas ist daher keine Billigfrucht und kann mit der grün geernteten, in Mitteleuropa angebotenen Massenware bei weitem nicht mithalten. Die Früchte erreichen ein gewicht von bis zu 2,5kg. Belohnt wird man von einem nie erlebten Geschmackserlebnis. Was nicht auf den Azoren abgesetzt werden kann, wird ans Festland, nach Madeira und Nordamerika exportiert. Außer den Früchten werden auch andere Ananasprodukte angeboten, wie z.B. ein leckerer Likör.
Die in den Bezirken Ponta Delgada, Lagoa und Vila Franca do Campo angebauten Pflanzen stammen aus Südamerika. Sie wurden als Zierpflanze eingeführt. Nur Wohlhabende konnten sich anfangs den Luxus der Früchte leisten.


Ananasanbau:

Die Wärmeglocke - Estufim:
Die Ananaspflanze bringt keine Samen. Man zieht sie aus kleinen Ablegern. Die Ananas kommt gleich zu Beginn in ein spezielles Gewächshaus zur Anzucht. Darin werden die Schösslinge, die sogenannten 'Brolhos', in einem Abstand von ca. 10cm gesetzt und anschliessend mit Erde bedeckt. Knapp 1.000 dieser Stecklinge finden in einem Gewächshaus Platz. Täglich wird das Pflanzgut nun bewässert. In den Wärmeglocken herrschen konstante Temperaturen
im Gewächshaus
im Gewächshaus
um 30 bis 38 Grad. Die Temperatur wird dabei schrittweise erhöht. Nach etwa einem Monat beginnen die Knollen auszutreiben. Bis zu sechs Monate dauert es bis ein neues junges Pflänzlein herangewachsen ist.

Die Gewächshäuser - Estufas:
Die Triebe sind inzwischen ins Gewächshaus umgepflanzt. Hier herrschen Temperaturen um 40 bis 50 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Man pflanzt die Setzlinge, die sogenannten 'Plantios', in einem Abstand von rund einem halben Meter. Sind sie angewachsen, wird die Bewässerung bis zum Reifeprozess reduziert und am Ende komplett eingestellt. Die Pflanze treibt lange, spitze Blätter. In der Mitte treibt ein Stengel mit einer einzigen Blüte. Ein Jahr lang wächst die Pflanze in diesem Gewächshaus in dem dann auch geerntet wird. Die Früchte benötigen ab der Blüte noch ca. sechs Monate zum Heranwachsen bis zur Ernte.

Das Räuchern - Fumo:
In den Estufas beginnt man auch mit dem Räuchern. Drei bis vier Monate nach dem Pflanzen in den Estufas werden eine Woche lang Holz, Späne und Grünzeug am Rand des Gewächshauses verbrannt. Man beginnt immer am Nachmittag bzw. frühen Abend. Dieser Prozess wird im Sommer vier bis acht mal, im Winter acht bis fünfzehn mal wiederholt. Erst am Morgen öffnet man Türen und Belüftungsklappen wieder. Der Rauch (fumo) bewirkt, dass die Pflanzen sechs Wochen später fast gleichzeitig blühen. Ohne das Räuchern würden die Pflanzen zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen und die gesamte Periode einer Generation würde sich verlängern.
Dieser Prozess des Räucherns wurde 1874 eher zufällig entdeckt. Das Verfahren ist mittlerweile weltweiter Standard.

Der Boden:
Die Ananasknollen können nicht einfach so gepflanzt werden. Man benötigt einen speziellen Boden. Er ist in verschiedene Schichten aufgeteilt:
1. Äste und Blätter des Klebsame (pittosporum)
2. alte, nährstoffreiche Erde aus Gewächshäusern
3. Kompost aus Ananasblättern, Farnen, Kräutern und Tannennadeln
4. Leiva, eine Art Torf aus den Mooren
5. alte, nährstoffreiche Erde

In den vergangenen 150 Jahren wurde die Technik des Ananas-Anbaus ständig verbessert und verfeinert. Erst durch viele Experimente und Mut der Landwirte hat man die heutige Qualität der Früchte erreicht. Die Ananas hat inzwischen das Prädikat 'Recordação da Ilha' erhalten.

Anzeige:

 
Anzeigen:






Azoren Azoren Azoren Azoren Azoren
Azoren Azoren Azoren Azoren Azoren