Luftzwischenfall bei TAP-Flug fordert viele Verletzte

21. August 2004 | Von | Kategorie: Terceira

(TER) Für die Passagiere an Bord des TAP-Fluges 1827 war es sicher ein Erlebnis das sie so schnell nicht vergessen werden. Einige haben es als ‚Hölle‘ beschrieben, andere haben sicher den Beistand Gottes angefleht.
Ihr A-310, besetzt mit 131 Passagieren und acht Besatzungsmitgliedern, war auf dem Weg von Lissabon nach Lajes. Der Start verlief sauber und pünklich um 8.20 . Zehn Minuten vor der geplanten Landung um 9.40 sollte dann aber alles anders kommen. Der setzte zu einem abrupten Kurswechsel an. Das war am Freitag gegen 9.30 Uhr Ortszeit der Azoren. Dem Piloten wurde angezeigt, auf Kollisionskurs zu sein. Streng nach Vorschrift änderte er Kurs und Höhe. Das ganze kam so plötzlich, dass die Passagiere nicht verständigt werden konnten. So waren einige nicht angeschnallt. Ein Passagier: „ich weiß nicht ob es alles mit rechten Dingen zuging, aber wir haben die Hölle da drinnen erlebt“.
Die Folge: viele Passagiere, darunter zwei Besatzungsmitglieder trugen Verletztungen davon und mußten ins Krankenhaus nach Angra. Niemand sei zwar bewußtlos gewesen, aber Schädelbrüche, Abschürfungen und andere Verletztungen zeigen, dass es während dieser wenigen Sekunden an Bord wohl ziemlich wie in einer Achterbahn zugegangen sein muss. Wer das ganze unbeschadet überstanden hat, darf von Glück sprechen und sich bei seiner Vernunft und dem Sicherheitsgurt bedanken.

Auch einen Tag danach äußern sich die Portugiesischen Luftstreitkräfte nicht zu dem Vorfall. Eines ist aber inzwischen klar geworden: die Lage war ernst, auch wenn man wohl nicht auf direktestem Kollisionskurs war. Die beiden waren nur 8 Kilometer getrennt. Ein legt bei einer Reisegeschwindigkeit von 800km/h rund 200m in der Sekunde zurück. Die andere Maschine war eine Beechcraft King Air 200. Die Maschine hat zwei Motoren und Platz für acht bis zehn Passagiere. Es setzte den Flug nach Lissabon fort. An Bord der TAP war das weithin geforderte wie gelobte TCAS-System installiert. Damit können Kollisionen schon im Vorfeld erkannt und dem Piloten angezeigt werden. Sichtkontakt hat es nach ersten Erkenntnissen definitiv nicht gegeben.
Heute spricht man mit einem Tag Abstand von 34 Verletzten. Darunter sind zwei Kinder und zwei Besatzungsmitglieder. In zwei Fällen gab es Brüche im Kopfbereich und im Bereich der Wirbelsäule. Der Großteil hat Schnittwunden oder Abschürfungen. Nur in einem Fall sind die Verletzungen offenbar ernsthafter. Insgesamt aber laut Klinikdirektor Jácome Armas keine akute Gefahr. Glück gehabt hat auch der Landwirtschaftsminister Costa Neves. Er war einer der Passagiere und hat inzwischen seine Sicht der Dinge dargelegt: der Flug sei bis 15 Minuten vor ruhig verlaufen. Innerhalb von Sekunden sei die Maschine dann aber stark gefallen. Zu diesem Zeitpunkt habe das Warnlicht zum Anlegen des Sicherheitsgurtes noch nicht aufgeleuchtet. Einige Personen seien noch gestanden. An Bord sei Panik ausgebrochen. Die Besatzung habe die Situation aber im Griff gehabt. Als die Situation sich wieder beruhigte habe der Flugkapitän erklärt, man habe einem Flugzeug ausweichen müssen. Lobenswert äußert sich der Minister über die Versorgung vor Ort. Krankenwagen hätten bereit gestanden. Feuerwehr, Passagiere und Bodenpersonal hätten sich solidarisch um die Verletzten gekümmert. Costa war von 1992 bis 1994 im Vorstand der SATA.

Nun muss erst ein mal die Luftfahrtbehörde den Vorfall untersuchen. Inzwischen wurde aber allen klar, wie wichtig das – wie jüngst berichtet – neue RADAR ist das aber erst im Jahr 2011 kommen soll. Im Luftraum der Azoren ist keine komplette Überwachung möglich und die Positionsangaben der Piloten erfordern schon ein gewisses Maß an Vertrauen. Der Unfall zeigt aber ganz deutlich, dass es in jedem Fall ratsam ist, im Flugzeug am Platz zu bleiben und das bei angelegtem Sicherheitsgurt.

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